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Warum ist Kunst so interessant? - Weil sie aus der Luft gegriffen ist. (SCN)
© Sylvia Catarina Nickus 2014-17  Impressum
Das Jagsthausener Künstlerhaus
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Bilder des Monats: Juli 2017 Ohne Titel No. 9 (Vaterbild) Acryl auf Leinwand, 160 x 90 cm 2017

Was wäre das Leben ohne

Kunst?

(SCN, 2017) Es gibt so grundlegende und simple Fragen zur Kunst, die unbeantwortet bleiben, weil es kaum Autoren gibt, die Antworten liefern. Zum Beispiel auf die Frage: Was ist Kunst? Ab wann ist etwas Kunst? Warum brauche ich als Individuum und die Gesellschaft, in der ich lebe, überhaupt die Kunst? Ist sie nicht überflüssig, eine Liebhaberei einzelner Menschen mit zu viel Geld und großer Langeweile? … Und vielleicht fällt meinem Leser jetzt ganz spontan auch noch die Frage ein: Warum sollte ich mich mit dieser Thematik überhaupt befassen? Ich stehe morgens auf, gehe arbeiten, um Geld zu verdienen, damit ich leben kann, und gehe abends, nach wenigen Stunden vor dem Fernseher, wieder schlafen, um am anderen Morgen den Kreislauf erneut zu beginnen. Und hier meine Antwort: Weil diese Fragen existentiell sind, weil uns Kunst berührt, weil Kunst uns etwas sagt und hilft, zu leben. Als kleines Kind hatte ich wohl viel Fantasie. Mir gelang mit drei Jahren ein Bild, das meine Eltern rahmten und über dem Esstisch an die Wand hingen: Ein afrikanisches Mädchen im Baströckchen, das vor einer Strohhütte steht. Während meiner Schulzeit gehörte das Fach Bildende Kunst zu meinen Lieblingsfächern, wohl weil ich dort mühelos Einsen kassierte. Nach dem Abitur hätte ich gerne Bildende Kunst studiert, doch meine Eltern waren dagegen; für das Studium der brotlosen Kunst wollten sie kein Geld geben, ich sollte „etwas Gescheites“ lernen. Ich ergab mich ihrer Finanzhoheit und studierte das sehr ehrenwerte Fach der Kunstgeschichte mit allerbesten Noten, bis sie mit juristischer und richterlicher Unterstützung mir das Studium stoppten. Ihrer Auffassung nach war Kunstgeschichte ebenfalls brotlose Kunst. Also lernte ich den Brotberuf „Arzthelferin“, der mich mehr schlecht als recht ernährte. Mein Vater war Arzt, meine Mutter Medizinisch-Technische Assistentin, dieser Hintergrund erklärt. Doch mir wurde mein Beruf allzu simpel und öde. Ich machte auf eigene Kosten meinen Meister als Fachkauffrau für Büromanagement und arbeitete auf Vorstandsebene für mittelständische Unternehmen der Pharma- und Automobilindustrie. Bis ich mit Mitte Fünfzig wieder zurück fand auf die Leitlinie meines Lebens: Die Kunst. Und damit begann mein eigenes Leben. Auf die eingangs aufgeworfenen Fragen habe ich Antworten gefunden, die ich gerne mit meinen Lesern teile. Hier ein  Zitat aus dem Büchlein „Was ist Kunst? 27 Fragen, 27 Antworten“ der Autoren Stefanie Bringezu, Daniel Kramer und Janine Schmutz, entstanden aus einem Projekt der Kunstvermittlung der Fondation Beyeler (Basel-Riehen, Schweiz) mit kunstinteressierten Schülern, Ausgabe 2012. „Was wäre das Leben ohne Kunst?“ - Diese Frage ist schwer zu beantworten. Vielleicht könnte ein Leben ohne Kunst so aussehen: Es gäbe zwar Geräusche und vielleicht auch zahlreiche Töne – aber keine Musik. Es gäbe zwar Buchstaben und Wörter, aber keine Erzählungen, keine Gedichte oder Romane. Es gäbe bewegte Bilder und doch keinen guten Film. Es gäbe Farben und Ansammlungen von Punkten und Strichen, aber keine Zeichnungen und Gemälde. Es gäbe unzählige Materialien und Formen, aber keine Skulpturen. Mit anderen Worten: Es gäbe keine besondere Wertschätzung für den Ausdruck menschlicher Vorstellungen und Ideen.“